Alleinsein – Luxus oder Strafe?
Man denkt, allein zu sein sei ein Defizit. Ein unvollständiges Leben. Aber nach Jahren des Versuchens habe ich gelernt: Alleinsein ist ein Luxus. Es erlaubt mir, morgens aufzuwachen und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Ich kann meine Musik laut hören, wann ich will. Ich kann spontan verreisen, ohne jemanden zu fragen, und ich kann meine eigenen Rituale entwickeln, ohne dass sie jemand hinterfragt.
Und ja, manchmal ist es still. Manchmal fragt man sich, ob man etwas verpasst. Aber die stille Reflexion ist oft produktiver als jede Beziehungsdynamik. Freundinnen rufen an. Mit Wein in der Hand, Schaufel bereit – im übertragenen Sinne, um die emotionalen Krater zu füllen, die das Leben hinterlässt.
Humor wird dabei zum Überlebensinstrument: Man lacht über Dates, die schiefgingen, über Texte, die man nie zurückgeschrieben hat, über selbstverliebte Menschen, die meinten, sie könnten einem die Welt erklären.
Frage: Was passiert, wenn wir das Alleinsein nicht als Mangel, sondern als Wahl begreifen – und wer werden wir dadurch?
